Fingerabdruckslos


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Manche Personen hinterlassen keine Fingerabdrücke. Nicht weil sie so gerissen sind und Handschuhe anziehen, wie man es in beinahe jedem seriösen Kriminalfilm lernt, sondern weil ihnen die feinen Hautleisten an den Handflächen fehlen. ForscherInnen konnten nun die schuldige Mutation dingfest machen.

Bereits in der vierten Schwangerschaftswoche bilden sich an der Handinnenseite und der Fußsohle feine Hautleisten, sie helfen uns und anderen Tieren wie Affen und Koalas beim Greifen. KriminologInnen und SicherheitsbeamtInnen finden die Muster an unseren Fingern praktisch, weil sie bei jedem Menschen einzigartig sind; man kann uns und unsere Spuren damit eindeutig identifizieren.

Gerade einmal in vier Familien weltweit gibt es Personen ohne Fingerabdrücke. Sie leiden unter Verzögerungen bei der Einreise in verschiedene Staaten und schwitzen nicht so stark wie andere Leute. Ansonsten haben sie keine besonderen Merkmale.

Ein Team aus der Schweiz und Israel hat nun bei einer betroffenen Familie in der Schweiz ermittelt. Die ForscherInnen sequenzierten und verglichen das Erbgut von sechzehn Familienmitgliedern, neun davon ohne Fingerabdruck. Beinahe wäre den ForscherInnen das schuldige Gen durch die Finger gerutscht, doch eine Diplomstudentin konnte es schließlich stellen. Das überführte Gen, als SMARCAD1 bekannt, produziert einen Eiweißstoff, der im ganzen Körper aktiv ist, aber in der Haut in verkürzter Form auftritt. Bei den fingerabdruckslosen Personen macht eine Mutation die kurze Version weniger stabil.

Anhand der Indizien nehmen die ForscherInnen an, dass SMARCAD1 eine wichtige Rolle in der Entstehung von Fingerabdrücken spielt. Das Gen sei aber vermutlich nur das erste Glied in einer langen Kette von Ereignissen, die der Hauptermittler Eli Sprecher und sein Team aus Tel Aviv nun genauer in Augenschein nehmen wollen.

 

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