BASF stellte den Antrag vor 13 Jahren Die EU-Kommission hat den Anbau der gentechnisch veränderten (gv) Amflora-Kartoffelsorte genehmigt. Die umstrittene Knolle soll Stärke für glänzendes Papier, langsam trocknende Klebstoffe und Kosmetikprodukte liefern. Amflora produziert nicht zwei unterschiedliche Stärkekom-ponenten, wie Wald-und-Wiesen-Kartoffeln, sondern fast ausschließlich Amylopektin, eine energiefressende Aufreinigung entfällt. Die Kartoffel wurde von der deutschen Firma BASF kreiert. Als Lebensmitteln sind Amflora Kartoffeln nicht zugelassen, doch die bei der Stärkeproduktion anfallenden Reststoffe, Pulpe genannt, dürfen an Tiere verfüttert werden. Der neue EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, John Dalli, erklärte: „Alle wissenschaftlichen Aspekte und besonders die Sicherheitsbedenken sind bereits ausgiebig berücksichtigt worden. Eine weitere Verzögerung bei der Zulassung wäre nicht zu rechtfertigen gewesen." Es ist jedoch bemerkenswert, dass die 27 Kommissare nicht in einer ihrer stets mittwochs stattfindenden Sitzungen über die Genehmigung entschieden, sondern im schriftlichen Rundlaufverfahren. Für Kritiker ein Indiz, dass BASF Druck ausgeübt hat, was Dalli umgehend zurückwies. Besonders die für die Entwicklung der Amflora-Sorte benötigten Antibiotika-Resistenzmarker sind umstritten. Zwei ExpertInnengremien der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hatten 2009 deren „mögliche negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt“ zu bewerten und befanden sie als „nach derzeitigen Erkenntnissen zufolge unwahrscheinlich“. Die EU-Kommission will nun von John Dalli Vorschläge, wie ein EU-weites Zulassungsverfahren und das Recht der einzelnen Staaten selbst zu bestimmen, was auf ihren Feldern wachsen soll, vereint werden können.
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