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Antikörper aus der Tabakpflanze



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Zuerst fallen die Vögel von den Bäumen des New Yorker Central Parks, dann erkranken die älteren Menschen in der Gegend. Eine Ärztin aus der Bronx erkennt die Symptome des West-Nil-Fiebers, einer Krankheit, gegen die kein Kraut gewachsen scheint, die MilitärärztInnen bestätigen den Verdacht. Was nach einem Endzeitthriller klingt, geschah 1999 tatsächlich in New York City, als ein Flugzeug aus Tel Aviv eine Stechmücke einschleppte, die wiederum das West-Nil-Fieber-Virus mitbrachte.

Das West-Nil-Virus infiziert hauptsächlich Vögel, aber auch Menschen, Pferde und andere Säugetiere. Es wird von Stechmücken übertragen, die es auch von einer Art zur anderen weitergeben, wie zum Beispiel die Asiatische Tigermücke, die sowohl Menschen als auch Vögeln Blut abzapft.

Die meisten Menschen (80%) verkraften das Virus ohne Symptome zu entwickeln, die anderen müssen eine Grippe-ähnliche Krankheit überstehen. In seltenen Fällen (0,7%), vor allem bei PatientInnen über 50 Jahren, überwindet das Virus die Blut-Hirn-Schranke und löst eine Gehirn(haut)entzündung aus, die tödlich enden kann. Bislang gibt es keine am Menschen erprobte Therapie.

Zunächst hatten ForscherInnen aus St. Luis, USA, in Mäusen einen Antikörper gefunden, der das Virus abwehren kann. Sie änderten ihn ein wenig, damit er in Menschen nicht als fremd erkannt und abgestoßen wird, und untersuchen nun, ob er wirksam und sicher ist. Wenn ja, soll der Antikörper namens E16 bald beim Menschen getestet werden.

WissenschaftlerInnen der Arizona State University brachten das Mäuse-Antikörper-Gen nun in das Erbgut von Tabakpflanzen ein. Die Pflanzen produzierten den Antikörper bereits ab dem achten Tag, und aus einem Kilogramm Tabak konnten die ForscherInnen knapp ein Gramm Anti-körper gewinnen. Sie testeten, ob der Antikörper Hu-E16 (offensichtlich nach dem Leiter der Forschungsgruppe, Huafang Lai, benannt) aus der Tabakpflanze genau so wirksam ist wie der ursprüngliche Antikörper aus der Maus. Labormäuse wurden mit West-Nil-Viren infiziert und E16 oder Hu-E16 behandelt. Ein halbes Gramm Hu-E16 rettete 90% der infizierten Mäuse das Leben, ein hundertstel Gramm immerhin 80%. Die Ergebnisse mit E16 waren ähnlich. Der in den Pflanzen hergestellte Antikörper, schließen die ForscherInnen, eignet sich somit für eine Therapie gegen das West-Nil-Fieber. Hu-E16 könnte auf Plantagen kostengünstig hergestellt werden, ein Vorteil, der vor allem Entwicklungsländern zugutekommen könnte.



 Weiterführender Link

 External LinkBild der Wissenschaft, 2.2.2010
  
 External LinkWikipedia
  
 External LinkDialog-gentechnik
  
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